Originalfoto der Adler 1850

Die „Adler“ war nicht nur die erste kommerziell erfolgreiche Dampflokomotive auf deutschen Boden, sie war auch die erste Dampflokomotive Cavembourgs. Als sie 1857 nach 22 Jahren Dienstzeit bei der Königlich privilegierte Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft ausgemustert wurde, kaufte sie der Augsburger Geschäftsmann Ludwig August Riedinger (1809 -1879) samt Tender aber ohne Räder und anderen Verschleißteilen. Riedinger galt nicht nur als Menschenfreund, sondern auch als erster, der die Eisenbahn als Zeitverteib und Hobby für sich entdeckte. So gründete er eine Kranken– und Pensionskasse für die Mitarbeiter seiner „Augsburger Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei“, verhinderte mit seiner menschenfreundlichen Haltung Unruhen innerhalb seiner Arbeiterschaft im Revolutionsjahr 1848 und ließ die „Adler“ in den Werkstätten seiner Fabrik fahrtüchtig renovieren um „mit ihr durch den Garten zu erfahren“. Dazu kam es aber nie. Er lagerte sie nach der Instandsetzung in einem Schuppen, erklomm von Zeit zu Zeit den Führerstand und hielt sie bis ins Jahr 1865 in Schuss und fahrbereit.
Als er von der, wie er glaubte, „Befreiung“ Cavembourgs durch die Franzosen hörte, der Vertreibung des letzten absolutistischen Königs und vom Bau der staatlichen Eisenbahn schenkte er die „Adler“ der neuen Cavembourgischen Eisenbahngesellschaft: „…dem jungen Staate Cavembourg zum Wohle seiner freien Bürger auf ein höchstes zu unterstützen die Fesseln der Unterjochung zu sprengen und hinein zu erfahren in die Welten Länder!“ wie es in der Schenkungsurkunde von Riedinger etwas überschwenglich formuliert wurde.

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