Staatsgründung 1848

Sechs Jahre vergingen, in denen unser Entdecker bescheiden von Fisch und Wildbret und, in kargen Zeiten, von Brennesselsuppe, Baumrinden und -wurzeln lebte. Er hatte es sich in einer geräumigen Höhle am Fuße einer kleinen Felswand eingerichtet, ein kleiner Bach versorgte ihn mit Frischwasser. Durch den Verkauf von Forellen in den benachbarten Dörfern verdiente er etwas dazu.

Auf seinen Streifzügen durch das Tal erkannte er bald die Einmaligkeit der geografischen Lage: Die Verborgenheit hinter den Hügeln. Bei einem seiner seltenen Ausflüge entdeckte er 1846 in der Stadtbibliothek von Luxemburg den eklatanten kartografischen Fehler in sämtlichen einschlägigen Kartenwerken und entwickelte daraufhin einen kühnen Plan: Die Gründung eines eigenen Staates!

Doch die Zeit war noch nicht reif.

Es mussten vielerlei Dinge berücksichtigt werden, allen voran die Finanzierung und dann die rechtmässige Anerkennung eines solchen Unterfangens Weitere zwei Jahre vergingen in denen unser Pionier seine Ideen entwickelte und erste Manuskripte verfasste. Durch geschickt angelegte Bassins konnte er eine kleine, aber lukrative Forellenzucht betreiben und durch den florierenden Fischverkauf in den umliegenden Marktflecken hatte er bald eine beträchtliche Summe Bargeld gespart.

Es kam das Jahr 1848: Durch die Erschütterungen der revolutionären Lage in Preussen und Österreich sah der zukünftige Staatesgründer seine Gelegenheit gekommen. Er reiste in das Epizentrum der revolutionären Erhebung und so fand die Ausrufung des neuen Staates nicht in der noch namenlosen Landesmetropole statt, die bis dahin aus einer bewohnten Höhle und eines windschiefen Unterstandes am Bach bestand, sondern in einem heute leider verschollenen Wirtshaus in Frankfurt am Main.

Durch die Wirren des deutschen März ging dieser epochale Schritt der Geschichte jedoch ein wenig unter und so nahmen sowohl die umliegenden neuen Republiken, als auch die althergebrachten Reiche wie Preußen oder Österreich, vorerst keine Notiz davon. Unser Staatsgründer konnte aber mit Hilfe der kurzlebigen Badischen Republik, die, vertreten durch einen fröhlichen, trinkfesten badischen Administerialbeamten aus dem großherzoglich-badischen Ministerium des Äußeren, just in diesem Wirtshaus in Frankfurt, beim Genuss mehrerer guter Flaschen Apfelwein, den kleinen Staat urkundlich anerkennen lassen und in das europäische Haus verankern. Mit dem Staatsgründer und seinem Helfershelfer aus dem Badischen saßen noch acht Monarchisten am Wirtshaustisch, die frustriert, desillusioniert und entsprechend betrunken der Idee eines neuen, von republikanischen Ideen unbefleckten Staates zuträglich waren. Und so wuchs mit der Staatsgründung am selben Abend die Bevölkerung des jungen Staates nicht nur um 800 %, sondern er wurde obendrein kurzentschlossen „Königreich Cavembourg “ benannt.

Königreich Cavembourg gründete sich am 14.4.1848 mit der Staatsausrufung am Wirtshaustisch und noch heute ist dies der höchste staatliche Feiertag, der traditionell mit dem Besuch von cavembourgischen Wirtshäusern gefeiert wird.

Staatsgründung 1848

Bild: Dieses Foto von 1895 zeigt die zu diesem Zeitpunkt noch lebenden ersten Staatsbürger von Cavembourg vor dem ehemaligen Wirtshaus in Frankfurt/Main (Zu diesem Zeitpunkt befand sich in dem Gebäude bereits ein Lebensmittelladen) v.l.n.r: v.l.n.r: Manfred Limah, Horst Pikol, Hermann Lolipot-Bachmann, der ehemalige Ministerpräsident Rokko Austria mit seiner Dogge Fleischmann, Arnold Hornbein, Günter Gützhold und Karl-Thomas (Kato) Rivarotti. Es fehlt Heinrich Mehrklin (König Heinrich I.) und Hans Esuh.

Fortsetzung folgt….

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