Das „Wolfstier von Cavembourg“ Teil 1

Auszüge aus den Tagebüchern von Karl Napf:

Tagebuchseite 1

1.Dezember 1871
Heinrich kommt den Regierungsgeschäften nur widerwillig nach. Da ich nun Ministerpräsident bin liegt es an mir die Geschicke des Landes zu lenken. Er hat sich in der Gruft der Burg ein paar Möbel hineingestellt und wohnt nun darin. Er sagte „um in stiller Einkehr seine Memoiren zu schreiben“. Nur abends kommt er die Treppe herauf um ein paar Worte mit mir zu wechseln. Ich erzähle ihm dann die Tagesgeschehnisse , die er mit einem stummen Nicken quittiert. Dann verlässt er die Burg und verschwindet in die Wälder. Was treibt der darin in der Nacht??? ….

Tagebuchseite 2

29. Januar 1872
Heute habe ich die Eisenbahnstrecke und den prächtigen neuen Bahnhof feierlich eingeweiht! Was für ein Glück für das Land! Ich muss auch den Franzosen danken, die das gute Stück bezahlt haben! Es war ein schöner Tag mit meiner Frau: der festlich geschmückten Bahnhof und der erste Zug aus Paris. Paris ist nun ganz nah! Nur Heinrich blieb der Feierlichkeit fern. … Das Volk scheint ihn nicht zu vermissen. Das hat auch andere Probleme. Die Wölfe werden zu einem ernsthaften Problem. Ich bin froh dass Paula bei mir ist.

 

Fortsetzung folgt…

2 Kommentare zu „Das „Wolfstier von Cavembourg“ Teil 1

  1. Hallo Gregor,

    eine wahrhaft ereignisreiche Historia. Die Echtheit der Tagebücher möchte ich aber anzweifeln: der vorgebliche Autor hätte, Mitte des 19. Jahrhunderts, nämlich zwangsläufig gewusst, dass das lange s nicht am Silben- und Wortende stehen darf…

    Die 3029 ist wahrhaft fortschrittlich für ihre Zeit. Ihre Walschaert/Heusinger-Steurtung würde ich allerdings gern mal von nahem sehen. 😈 Meine Informationen lassen nämlich eher auf eine innenliegende, durch zwei elektrische Kontakte auf einer rotierenden Scheibe ausgeführte, sogenannte „Steuerung für compakte Maschinen“ (SFCM) schließen. Aber die Quellenlage ist mäßig, und stützt sich auf eine Variante des Urmodells.
    Freundliche Grüße
    Erich

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  2. Hallo
    @Erich:
    Zu den Tagebüchern: Napf leidete Zeit seines Lebens an einer speziellen Rechtschreibschwäche: Die „S-Legasthenie“. Es war für Personen mit dieser isolierten Rechtschreibstörung fast unmöglich, die Unterschiede der verschiedenen S in Kurrentschrift nachzuvollziehen. Oft beließen diese Personen es dann bei nur einer S-Schreibweise. Die Schulen und Erziehungsanstalten der damaligen Zeit, denen dieses Problem unbekannt war und es für eine Abart kindlicher Aufmüpfigkeit hielten, versuchten die Schreibschwäche mit Rohrstockschlägen und anderen finsteren pädagogischen Maßnahmen auszutreiben – meist mit dem Erfolg zerrütteter Kindheitserinnerungen. Vielleicht mit ein Grund, warum Napf schon früh auf „die schiefe Bahn“ geriet und kriminell wurde.
    Die Einführung des „ß“ verringerte die Symptome so weit, daß diese besondere Form der Legasthenie als ausgestorben gilt.

    Deinem Hinweis zur Dampfsteuerung bin ich nachgegangen (in der Dampfloktechnik bin ich nicht sehr versiert 😳 ) und habe die „Bedienungsanleitung zur Handhabung und Bedienung der Dampflok 3029 von Krauss & Märklin“ aus dem Archiv des Technikmuseums Cavembourg eingesehen. Du hast völlig recht: Bei der Lok 3029 handelt es sich in der Tat um eine SFCM-Steuerung!
    Es war eine sehr moderne und richtungsweisende Loktechnik für die damalige Zeit. – Ich werde das oben transparent verbessern. Danke!

    Grüsse

    gregor 8)

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