Der König ist tot – lang lebe der König!

8. Oktober 1874:
Das neue Parlaments wählt in seiner ersten Abstimmung Karl Napf zum neuen König und Souverän Cavembourgs.

Sein offizieller Titel lautet: „König von Cavembourg, Großherzog der Hügel, Retter des Landes und Untierbezwinger, Karl der Erste“. Die Machtbefugnisse des neuen Königs waren stark beschnitten, er hatte fast nur noch repräsentative Aufgaben.
Die folgenden Aufnahmen werden als Postkarten vermarktet:

Krönung Karl 1

Foto: Der König fuhr standesgemäß mit einem feierlich geschmückten Zug zum Bahnhof Heinrichsburg. Von hier aus ging es zu Fuß hinüber zum Krönungspavillon

Der Krönungspavillon bildete auch bei der Krönung von Karl I. den feierlichen Rahmen. Das Gebäude baute man zu diesem Zweck von seinem ursprünglichen Standort im Wald ab, renovierte es und stellte es am Fuß der Neuen Burg wieder auf. Nach dem Krönungszeremoniell im Pavillon schritt der König zu Fuß zur Burg hinauf und die Parlamentarier begrüßten ihn mit großem Jubel.

Kroenung Karl 2

Foto: Die Aufnahme zeigt König Karl I. (im Pavillon). In seinen Händen als Symbol seines Titels „Untierbezwinger“ die silberne Büchse, links seine Ehefrau Paula, rechts als Symbol des jungen Staates der Junge im Matrosenanzug. 
Bereits bei der ersten Krönung Heinrichs I. war ein Junge im Matrosenanzug auf dem offiziellen Krönungsgemälde abgebildet (siehe auch Kapitel Die Verfassung 1848). Es ist unwahrscheinlich, dass es sich um den gleichen Knaben handelt, da dieser zum Zeitpunkt der Krönung Karl I. ein ausgewachsener Mann gewesen sein müsste. Zwei berittene Leibgardisten und einige Staatsgäste sind zu sehen, weiter Richtung Burg auf halber Höhe spielt eine Musikkapelle.

Der Originalpavillon befindet sich heute im Königlichen Neue Burg heute 2Heimatmuseum am Kalkofen (dort wo auch Heinrichs Kiste ausgestellt ist – siehe Heinrichs Flucht aus Cavembourg 1864). Ein originalgetreuer Nachbau steht an der ursprünglichen Stelle am Aufstieg zur Neuen Burg. Für Königs-Krönungen nutze man das Original nicht mehr. Eine Messingtafel und eine Staatsfahne erinnern an die historische Bedeutung des Ortes. Der Nachbau dient heute als Wartehäuschen für Touristenbusse.

Foto: Eine Fähnlein Pfadfinder hat sich für die Aufnahme gruppiert.

Fortsetzung folgt…

3 Gedanken zu “Der König ist tot – lang lebe der König!

  1. Grüzi Gregor vom schwäbischen Meer,

    Vive le Cavembourg et le Roi Charl(es?). Klasse dass die Geschichtsschreibung von Cavembourg weitergeht. Finde ich aus persönlichen (Namens)Gründen natürlich hervorragend, dass der nächste König Karl heißt 😆 😉 . Da fühlt man sich gleich richtig zu Hause.

    Nun möchte ich mich Reinout anschließen. Ich bin ebenfalls davon begeistert, dass Du die gleichen Fotostandorte und Aufnahmen aus verschiedenen zeitlichen Epochen Cavembourgs ausgegraben hast und uns vorstellst.

    Wenn ich mir nun die Bilder so betrachte, insbesondere die Silberbüchse, so lande ich unweigerlich wieder bei einem Karl (https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_May). Das nimmt langsam überhand hier mit den vielen Karls 😡 😡 . Die Parallelen zu Old Shatterhand, der ja von Winnetou auch mit „Scharli“ (Charlie = Karl) angeredet wurde ( 😯 Du hier https://de.wikipedia.org/wiki/Old_Shatterhand), sind unübersehbar.

    Ich glaube, dass Karl May, der ja erst in seinen späten Jahren wirklich in den Vereinigten Staaten weilte, des Öfteren Cavembourg besuchte und dort mit Heinrich (vereweigt im Henrystutzen 🙄 ?) und Karl Napf, dem späteren König Karl I., Ideen für seine literarischen Erzählungen fand. Und um beim Namen Karl zu bleiben, ich denke das May sich Paula als Vorbild nahm und ihr als Kar(l)a Ben Nemsi ein Denkmal setzte. Ben Nemsi, der ja im Orient unterwegs war, ist ja eigentlich gleichzusetzen mit Old Shatterhand (sprich das Ehepaar Napf als eine Einheit). Da aber emanzipierte Frauen in dieser Zeit der Männerwelt suspekt und unheimlich vorkamen, verklausulierte May Paulas Namen in Kar(l)a 😉 😆 .

    Der Junge im Matrosenanzug heißt nicht zufälligerweise Donald mit Vornamen 😯 . Ich kenne da nämlich einen sehr bekannten Onkel, der auch als Erwachsener noch im Matrosenanzug herumläuft. Wenn ich mich recht erinnere ist der wahrscheinlich auch noch ein Vorfahre eines noch heute sehr agilen Leadgitarristen einer Wechsel- und Gleichstromband aus Down Under, der auch als Erwachsener in Schuluniform herumrennt und einen daherzappelt, dass der Suppenkasper ein Waisenknabe dagegen ist 😡 😆 😉 . Der steht auch ständig unter Strom und ist vermutlich enthusiastischer Modellbahner sowohl der AC-, als auch der DC-Fraktion :mrgreen: :redzwinker:

    Bitte weitermachen. Dankeee.

    Grüßli
    Peter

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    1. @Hallo Peter

      das mit Karl May alias Mai ist dir hoffentlich nicht entgangen: Karl Napf ist höchstwahrscheinlich Karl Mais „Old Dapferhand“, wie ich bereits im Kapitel Heinrichs Kindheit und Jugend beschrieben habe:

      „Der Schriftsteller Karl Mai erschuf Karl Napf aus Dapfen ein literarisches Denkmal mit seinen Romanen „Winnipou 1-3“, die das Leben Napfs als „Old Dapferhand“ im Wilden Westen und als Kara Ben Napfi mit der Erzählung „Im Reich des goldenen Tigers“ seine Zeit in Persien nachzeichnen. Auch Napfs Abenteuer in Cavembourg wurde von Mai literarisch mit dem biografischen Roman „Old Dapferhand und das Wolfstier von Cavembourg“ bearbeitet. Grundlage für diesen Roman waren Napfs umfangreiche Tagebücher, die auch während seines Aufenthalts in Cavembourg entstanden sind und Karl Mai bei einer Auktion in London erwerben konnte.
      Diese Tagebuchaufzeichnungen inspirieren die Kunstwelt bis heute. Bran Stoker übernahm große Teile der Flucht Heinrichs I. sowie das Wolfsthema in seinen Roman „Dracula“ und George Lucas, ein großer Verehrer der Romanfiguren Karl Mais und Erfinder von „Indiana Jones“ und „Star Wars“, soll zu einem mittelbegabten Drehbuchschreiber geäußert haben: „Mai´s words be with you“ – ein Satz, der in seinen Filmen und bei seinen Fans in vielen Variationen Verbreitung fand …. „

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      1. Die Sache mit George Lucas bezieht sich auf den 4. Mai – dem „Star Wars Tag“. Der sich richtigerweise aber nicht auf die „Macht“ sondern eben auf Karl Mai bezog…..

        Mein Text hat sehr viele verwirrende Querverweise, die ich alle mal mit entsprechenden Links ausstatten werde….viele Gags gehen irgendwie unter…. 😳

        Der Junge im Matrosenanzug ist keine Ente – soviel steht fest. Ob sich Herr Barks irgendwie davon inspirieren ließ, kann ich nicht sagen…. 😉 aber ein guter Hinweis, dem ich nachgehen werde!

        Grüssle und Danke für deine stetige und freundliche Kommentierung! 8)

        gregor 8)

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