Die Geschichte des Dr. Benjamin Grottler Teil 3: Grottlers politische Karriere nach 1945

Noch im Jahr 1945, als Europa in Trümmern lag, zog Benjamin Grottler mit seiner Familie in den alten Familienstammsitz nach Cavembourg und als im Sommer 1947 die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gegründet waren, ging es zurück nach Österreich. Im gleichen Jahr trat er der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) bei.

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Foto: In der Bundesbahnabteilung „Infrastruktur und Fahrzeuge“ war Grottler ab 1947 u.a. für die Wiederinbetriebnahme und Beschaffung von Triebwagen und Lokomotiven zuständig. Wie in seinen Anfangsjahren ließ er sich es nicht nehmen, die beschafften Lokomotiven persönlich zu inspizieren. Hier steht Dr. Grottler vor einer frisch abgenommenen dieselelektrischen Lokomotive (D 311) im Bahnbetriebswerk Linz/Österreich.

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Foto: Die als „Walli“ bezeichnete Lok war während des Krieges auf der Halbinsel Krim im Einsatz gewesen. Sie hatte dort mit ihrer Schwestermaschine das größte je gebaute Eisenbahngeschütz bei der Belagerung von Sewastopol bewegt. Nun sollte sie für die ÖBB Dienst tun.

Für die SPÖ engagierte sich Grottler auch politisch. 1964 wählte man ihn in den Parteivorstand, 1973 berief man ihn zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt. 1977 bis 1983 war er schließlich Verkehrsminister unter der Regierung Kreisky und Sinowatz.
Als österreichischer Verkehrsminister wird er mit wichtigen Entscheidungen, wie den Ausbau des Eisenbahnnetzes, der Verlegung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und den Ausbau des Telefonnetzes in Verbindung gebracht. Seine besondere Aufmerksamkeit galt immer auch den kleinen Nebenbahnen im ländlichen Raum.

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Foto: Seine Verdienste um den Bestand der kleinen Nebenbahnen sind immens. Ohne ihn gäbe es zahlreiche Nebenbahnstrecken nicht mehr, die heuer wieder rentabel betrieben werden können, wie z.B. die Rettung der Wälderbahn im Jahr 1977.

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Foto: Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Bregenzerwaldbahn, der er persönlich verbunden war, hält Verkehrsminister Dr. Benjamin Grottler (rechts) eine Rede beim Bahnhofsfest in Doren-Sulzberg am 18. Mai 1978.

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Foto: Als gläubiger Katholik war Grottler auch für Zug-Segnungen zu begeistern. Hier bei der Segnung des „Wälderblitzes“ auf dem Bahnhofsfest von Doren-Sulzbach.

Als er am Ende des Jahres 1983 in den verdienten Ruhestand ging, engagierte sich Benjamin Grottler weiterhin als Präsident des Fördervereins Wälderbahn. Für seine Verdienste und sein Engagement wurde Grottler mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet. U.a. wurde ihm vom Bundespräsidenten der Berufstitel Regierungsrat verliehen, er hat das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhalten und ist mit der Viktor-Adler-Plakette und dem Dr. Bruno Kreisky Preis, für sein Handeln während der NS-Zeit, ausgezeichnet.

Benjamin Grottler verleugnete nie seine Herkunft aus dem cavembourgischen Adel, auch wenn er seinen ursprünglichen Namen nicht wieder annahm. 2007 stirbt er in seinem Haus bei Müselbach. Seine Frau Karla Grottler folgt ihm ein Jahr später, sein Sohn Gerhard Grottler lebt heute in Reuthin im Bregenzerwald.

Mit einem :hearts: Dank an Gerhard für die Anregung und die Fotos!

Noch ein Nachtrag zur Geschichte von Dr. Benjamin Grottler…..

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