2. Weltkrieg Teil 4: Widerstand auf Cavembourgisch – Die Operation „C-Sinus“

Neben den Widerstandsgruppen in Luxemburg (luxemburgisch „Resistenzler“) spielte die „Liga für Freiheit, Cavembourg und Monarchie“ (LFCM, siehe Teil 1) um General Hermann Merker eine besondere Rolle. Denn die Männer und Frauen, die sich Merker im Untergrund angeschlossen hatten, waren zum Teil Berufssoldaten der ehemaligen Königlichen Garde und cavembourgische Geheimdienstleute des MOSSAC. Sie waren an der Waffe ausgebildet, aber auch geübt in Agitation und Konspiration. Merker stand so bald vor der Frage, ob er in den unwegsamen Wäldern des Königreichs einen Partisanenkrieg entfachen sollte, der sicher verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung gehabt hätte, oder ob er versuchen konnte, mit Spionage und Geheimdienstarbeit den Krieg zu beeinflussen. Merker entschied sich für letzteres.

Merker hatte Verbindungskanäle zum amerikanischen Office of Naval Intelligence (ONI), dem Geheimdienst der US Navy, über den er bereits die Überführung der Flugscheibe in die USA verhandelt hatte und Kontakte zur Field Security Section, des militärischen Nachrichtendienstes der Briten. Die alten Verbindungen und Seilschaften waren vertrauenswürdig und bald wurde klar, daß die LFCM für die Vorbereitungen einer eventuellen Invasion durch die Alliierten von tragender Bedeutung war.

Neben Aktionen, wie das Drucken und die Verbreitung von Flugblättern im Vorfeld der Personenstandsaufnahme, das Verstecken und Fluchthilfe von politisch Verfolgten und das ausspionieren von Positionen der feindlichen Streitkräfte, organisierte diese Gruppe einige bewusst herbeigeführte Täuschungsmanöver. um die Defensivstrategie der Deutschen zu beeinflussen. Eine spektakuläre Aktion war die sog. Operation „C-Sinus“: Ein Täuschungsmanöver über die Landung der Alliierten in der Normandie (die LFCM war auch beteiligt an der Operation „SoftDrive-Sinus (SDS)“, die aber einem völlig anderen Zweck diente und später noch ausführlich behandelt wird).

Operation „C-Sinus“

Merker war schon früh in Pläne der Operation „Overlord“ (die Invasion der alliierten Truppen in der Normandie) eingeweiht worden. Er hatte den Auftrag mit seiner Widerstandsgruppe für Verwirrung zu Sorgen und die Deutschen möglichst lange über die Absichten der Alliierten zu täuschen (wie auch z.B. Operation „Fortitude“). Der Name der Operation wurden vom Ort und dem Initiator abgeleitet: Das „C“ stand dabei für Cavembourg, „Sinus“ war der Untergrundname Hermann Merkers.

Die Briten hatten eine deutsche Messerschmittmaschine vom Typ Bf 109 erbeutet, die man Hermann Merker und seiner Gruppe zur Verfügung stellte. Am frühen Morgen des 3. Mai 1944 flog der britische Geheimagent James Steam, der uns schon bei anderen Gelegenheiten in der Geschichte des Königreichs begegnet ist, mit dieser Bf 109 von Dover kommend über den Ärmelkanal in den Flugraum Cavembourg und zündete eine am Heck des Flugzeuges angebrachte Rauchbombe. Eine dicke Rauchfahne hinter sich herziehend, ließ er das Flugzeug absichtlich und in Sichtweite einer deutschen Stellung kontrolliert abstürzen und konnte auf einer Lichtung in den bewaldeten Bergen notlanden. Eine Gruppe der LFCM stand bereit den Piloten aufzunehmen und vor der deutschen Bergungsmannschaft in Sicherheit zu bringen. Als letzten Köder drapierten Hermann Merker eine Kiste mit Kartenmaterial und Dokumenten im Flugzeug, die die Deutschen schließlich beim Bergen der Maschine fanden.

Ein hochriskantes Spiel mit umgekehrter Psychologie: Die deutsche Bergungsmannschaft telegrafierte den Inhalt der Kiste sofort nach Berlin, wo der Oberbefehlshaber der in der Normandie stationierten Heeresgruppe B General Rommel den Fund selbst und die Umstände des Fundes bewertete. Auf den geborgenen Papieren war der tatsächliche Ort und Zeitpunkt der Operation „Overlord“ dokumentiert und da der (mutmaßlich deutsche) Pilot spurlos verschwunden war, entschied der General, daß es sich nur um eine Finte oder Täuschung handeln konnte – „eine leicht durchschaubare obendrein!“. Hitler teilte die Auffassung Rommels, daß eine Invasion an den breiten, durch den Atlantikwall befestigten Stränden der Normandie gerade durch diesen letzten „Täuschungsversuch“ mehr als unwahrscheinlich wurde und, wie betreits vermutet, eine Landung der Alliierten bei Calais bevorstünde.

Foto: Das Flugzeugwrack. Die Deutschen dokumentierten den Fundort der Kiste und die Absturzstelle.
Foto: Danach wird das Jagdflugzeug mit der Eisenbahn abtransportiert. Es kommt zu militärtechnischen Untersuchungen in den ehemaligen Hangar des OVNIC-Projektes.

Auch als am 6. Juni 1944 Operation „Overlord“ an den Stränden der Normandie lief, glaubte die Heeresführung an ein Ablenkungsmanöver und war überzeugt, die eigentliche Invasion stehe im Pas de Calais noch bevor. Sie hielten es nicht für nötig, Hitler an diesem Morgen zu wecken und über die Anlandungen der Gegner zu informieren und Rommel war zuhause in Berlin und feierte den Geburtstag seiner Frau. So standen an der Kanalküste um Calais 20 deutsche Divisionen bereit, in der Normandie dagegen nur 7, die von zwei Flugzeugen der Luftwaffe unterstützt wurden und vergeblich auf Verstärkung hofften.

Foto: Das Flugzeug überdauert in einem Lagerschuppen auf dem Fluggelände und wird 1952 wiederentdeckt. Heute ist es im Cavembourgischen Museum für Technikgeschichte untergebracht.

Fortsetzung folgt: Von Seehunden und „Wunderwaffen“

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