Der 2. Weltkrieg Teil 2: Die Königin im Exil – Eine verhängnisvolle Affaire

Auch die USA waren 1939 auf die Arbeit von Dr. Salomon Geier und das OVNIK-Projekt aufmerksam geworden. Nach Verhandlungen mit dem militärischen Geheimdienst der US Navy, dem Office of Naval Intelligence (ONI), zeigten sich die Amerikaner bereit, die Königin und ihre Begleiter im Falle einer deutschen Invasion aufzunehmen, wenn es ihnen im Gegenzug gelänge, die Flugscheibe in die USA zu überführen.
So flog die „Untertasse“ nicht in Churchills Allerwertesten, wie es Goebbels vermutete, nicht einmal England überflog sie, ihr Kurs war Südwest, das Ziel: eine abgelegene Gegend in der Wüste Nevadas, USA. Die Flugscheibe und ihre Technologie sollte in einer geheimen Militärbasis vor dem Zugriff der Nazis gesichert und für die Wissenschaft erhalten bleiben.
Über den Flug ist nur wenig bekannt und bis heute unterliegen die Akten darüber einer strengen Geheimhaltung. Soviel kann man aber aus den wenigen bruchstückhaften Berichten der Beteiligten erfahren (denn auch sie unterlagen einer Geheimhaltungsvereinbarung): Die Flugscheibe erreichte das Ziel nur knapp. Bereits während der 52-stündigen Reise zeigte sich, dass sich der Antriebskern des Gravitationsschirms, die kristalline Struktur der „Dunklen Materie“, unter der Last der Energiezufuhr veränderte: Sie zerbröselte nach und nach zu einem staubartigen Pulver. Dr. Geier vermutete, dass die Energieerzeugung mittels Dieselaggregat suboptimal für die empfindliche Struktur des Materials war. Mit einem letzten Rest erreichte das Fluggerät gerade noch die geheime Militärbasis. Eine navigatorische und fliegerische Meisterleistung.

Foto: Die Angst der Besatzer vor der Rückkehr der Flugscheibe war groß. Sie dichteten der „Untertasse“ allerhand militärische Schlagkraft an und verwandelten die cavembourgische Hauptstadt in eine Festung. An jedem neuralgischen Punkt richteten sie Flakstände und Schutzbunker ein. Die Fotos zeigt einen Flakstand oberhalb des Stadttunnels, in der nähe des Güterbahnhofs in Cavembourg/Stadt
Foto: Die gleiche Stelle heute. Die Lage des ehemaligen Flakstandes oberhalb des Eisenbahntunnels ist ideal für Zugfotografie. Jeden Sonntag treffen sich hier Hobbyfotografen zum Fachsimpeln und fotografieren. Der Güterschuppen im Hintergrund ist noch in Betrieb. Eine Köf der luxemburger Staatsbahn (CFL) schiebt einen Güterwagen an die Rampe.

In den USA angekommen reiste Königin Siegfriede auf Einladung des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt nach Washington. Roosevelt, der zwischen 1891 und 1899 einen großen Teil seiner Jugend bei einer gräflichen Tante in Cavembourg verbracht hatte, sprach fließend deutsch, französisch und das Cavembourgische. Er hatte diese Jugendtage als die glücklichste Zeit seines Lebens in Erinnerung und fühlte sich vom Besuch der cavembourgischen Königin geehrt und von der 18 Jahre jüngeren Siegfriede bald zärtlich angetan.
Siegfriede war eine attraktive und intelligente Frau, die zwar ein privilegiertes und zum Teil auch abenteuerliches Leben führte, doch mit ihren 40 Jahren nur wenig Erfahrung in Liebesdingen hatte. Bald erlag sie den Avancen des geübten Schwerenöters Roosevelt und es entwickelte sich eine kurze, leidenschaftliche Affäre.

In ihrer Zeit in Amerika traf sich Siegfriede mit ihrer ebenfalls im Exil lebenden Freundin Großherzogin Charlotte von Luxemburg. Gemeinsam unternahmen sie eine sechswöchige Reise durch die Staaten um für den Kriegseintritt zu werben und um Geld für die Exilregierungen ihrer Länder zu sammeln. Siegfriede, durch ihre Affäre mit dem Präsidenten bereits Thema in Gesellschaftskreisen, konnte so für Charlotte manche Türe öffnen.
Die beiden reisten mit der Eisenbahn. Siegfriedes Interesse (als Cavembourgerin wenig überraschend) galt dabei auch den Lokomotiven und den komfortablen Reisewagen der amerikanischen Bahngesellschaften und sie machte mit ihrer Rolleiflex ein paar Bilder der Maschinen. Es gibt vier Aufnahmen, auf denen sie selbst zu sehen ist (bei dreien hat wohl Charlotte auf den Auslöser gedrückt):

Foto: Siegfriede vor einer H6 der New York Central „Mikado“.
Foto: Das ungewöhnliche Design der Pennsylvania Railroad GG1 gefiel Siegfriede ausgesprochen gut. Es erinnerte sie an die Linienführung des Art Déco der 20er Jahre. Oft kam sie mit den Bahnangestellten ins Gespräch, die nicht wissen konnten, daß diese fachlich versierte Dame eine europäische Königin war und besprachen mit ihr ungezwungen die technischen Besonderheiten ihrer Lokomotiven.

Kurios sind diese beiden Bilder:

Foto: Das erste Foto zeigt wie Charlotte gerade ein Foto macht (das Foto schoß ein Zeitungsreporter eines Lokalblattes, das den hoheitlichen Besuch am Bahnhof für erwähnenswert hielt).
Foto: Das zweite dann ist Charlottes Foto. Darauf zu sehen sind (v. l. n. r.) ein unbekannter Bahnmitarbeiter, Königin Siegfriede und der Chef der Entwicklungsabteilung bei der Union Pacific Railroad Otto Jabelmann. Jabelmann zeigte der interessierten Königin die Dampflokomotiven der Class 4000 „Big Boy“. Er war überrascht und erfreut über die Kenntnisse der Königin im Lokomotivbau und die fachbezogenen Fragen, die sie stellte. Siegfriede ahnt nicht, daß ausgerechnet eine „Big Boy“ nur wenige Jahre später noch eine wichtige Rolle spielen wird. Und auch von Otto Jabelmann wird in der Geschichte Cavembourgs noch einmal ausführlich zu lesen sein – aber davon später.

Diese Reise war natürlich keine reine Vergnügungsfahrt. In jeder größeren Stadt gab es Empfänge oder Spendengalas und Siegfriede und Charlotte hielten Reden und schüttelten zahllose Hände. Jeder der gehobenen Gesellschaft, oder wer sich dafür hielt, wollte die Bekanntschaft der beiden charmanten (and old fashioned) „Queens of Europe“ machen. Sie wurden regelrecht hofiert und je länger ihre Reise dauerte, desto weniger Zeit und Muse fand Siegfriede, sich mit ihrem Transportmittel auseinander zu setzen. Doch die Spenden flossen reichlich.

Zurück in Washington war nicht nur die Ehe des Präsidenten mit dessen Frau Eleanor entgültig zerrüttet. Die royale Affaire mit Siegfriede düpierte neben seiner Ehefrau, auch Roosevelts langjährige Geliebte Lucy Mercer, die Siegfriedes Briefe und Reiseberichte an ihn gefunden hatte und nun drohte, den Skandal öffentlich zu machen.
Siegfriede, in derlei Beziehungsdingen völlig unbedarft und bald heillos überfordert, beschloss schließlich, nachdem sie den Präsidenten davon überzeugen konnte, die USA in den Krieg zu führen, das nervenaufreibende, präsidiale Beziehungschaos und Amerika zu verlassen und zurück nach Europa zu gehen. Kurze Zeit später griffen die Japaner Pearl Harbour an.

Doch ihre kurze, leidenschaftliche Liebelei sollte noch große Auswirkungen auf ihr Leben und das Königreich haben….

Foto: Das Foto zeigt Präsident Roosevelt am 11.12.1941 bei der Unterzeichnung der Kriegserklärung an das Deutsche Reich, fünf Tage nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour. Kurze Zeit später fliegt Königin Siegfriede, gegen den ausdrücklichen Willen Roosevelts, zurück nach Europa.
Abb. Briefmarke: Großherzogin Charlotte legte wert auf eine diplomatische und staatsförmliche Beziehung zum amerikanischen Präsidenten. Diese Sondermarke erschien nach Roosevelts Tod am 12. April 1945 und betont die tiefe Dankbarkeit Charlottes gegenüber Roosevelt und den USA.


Fortsetzung folgt: Teil 3 Die Königin im Exil – „The London Moment“

Der 2. Weltkrieg Teil 1: Das Ende des Königreichs und ein Panzerzug aus Cavembourg

Foto: Eines der wenigen Fotos vom Einmarsch der Deutschen in Cavembourg am 11. Mai 1940

Das Ende des Königreichs

Die Augenzeugenberichte des OVNIK-Starts und die spektakuläre Flucht der Königin hinterließen bei den Deutschen großen Eindruck und der Heeresleitung war klar, daß die OVNIC-Technologie für ihren Expansionskrieg sehr nützlich sein könnte. In den Tagen nach dem Einmarsch durchsuchten die deutschen Besatzungssoldaten daher systematisch sämtliche Einrichtungen, die auch nur im entferntesten danach aussahen, unbekannte technische Geräte herzustellen, oder damit in Verbindung zu stehen. Die Deutschen beschlagnahmten dabei alles, was ihnen verdächtig vorkam oder nützlich erschien. Sie konfiszierten Maschinen, Werkzeuge, komplette Labore und Forschungseinrichtungen, aber auch einfache Werkstätten und machten auch vor der berühmten Königlichen Lokomotivbaumanufaktur nicht halt. Der industrielle Sektor des Königreiches wurde geplündert und um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Der deutsche Außenminister Ribbentrop versicherte den Cavembourgern (und auch den Luxemburgern) derweil, dass die territoriale und politische Unabhängigkeit des Königreichs nicht angetastet werde. Dieser Versicherung zum Trotz richteten die Besatzer im Juli 1940 eine Zivilverwaltung in Luxemburg ein, deren Chef Gustav Simon (Chef der Zivilverwaltung CdZ) in einer seiner ersten Amtshandlungen Cavembourg zu einem luxemburger Landkreis herabstufte, alle staatlichen Strukturen in die luxemburger Verwaltung eingliederte und damit das Königreich handstreichartig und faktisch auflöste. Amtssprache wurde deutsch, Namen und Bezeichnungen eingedeutscht, die französische Sprache verboten.

Diese Maßnahmen begleitete eine massive Propaganda, Schikanierung und Einschüchterung Andersdenkender oder Oppositioneller. Personen im öffentlichen Leben, insbesondere Aristokraten und Unternehmer waren starkem Druck ausgesetzt, während eine zentrale Kartei die persönliche Einstellung jedes Bürgers zum Naziregime dokumentierte. Wer Widerstand leistete, enthoben sie seines Amtes und es drohte die Ausweisung in die östlichen Teile des Reiches, schwere Fälle sogar die Verbringung in Konzentrationslager.

Der Chef des cavembourgischen Geheimdienstes (MOSSAC) General Hermann Merker tauchte unter und gründete im gleichen Monat die Widerstandsgruppe „Liga für Freiheit, Cavembourg und Monarchie“ (LFCM).

Ein Panzerzug aus Cavembourg

Die Königlich-Cavembourgische Lokomotivbaumanufaktur wurde im August 1940 auf Kriegsproduktion umgestellt. Trotz der prekären Situation, hatte die Manufaktur den Befehl schienengebundene Panzerwagen auf Basis der in Polen eroberten Tatra T18 zu entwickeln. Im Sommer 1942 waren die Pläne eines leichten Panzerzuges so weit ausgereift, daß der Fertigung nichts mehr im Wege stand.

Foto: Ein Tatra T18 als deutsches Beutefahrzeug 1941. Hintergrund: Bereits Ende der 1920er entstand die Idee eines leichten Panzerzuges, der auch provisorisch verlegte Gleise und Behelfsbrücken befahren konnte. Motorgetriebene Einzelfahrzeuge, die man bei Bedarf zu Zugverbänden koppeln konnte, versprachen eine höhere Einsatzflexibilität gegenüber konventionellen Zügen mit Lokomotive und Wagons. Die in den tschechischen Tatra-Werken entwickelte T18 war eine Panzerdraisine, die auf diesen Überlegungen basierte und 1925 für die polnische Armee gebaut wurde. Während der Annexion der Tschechoslowakei und des Überfalls auf Polen eroberten die Deutschen mehrere T18.
Foto: 1943 – Die cavembourgische Weiterentwicklung des T18 auf der Drehscheibe der Dampflokmanufaktur. Ursprünglich waren zehn Panzerzüge mit jeweils sechs Einheiten bestellt worden. Nach der langen Fertigungszeit beschloss das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition die Produktion der restlichen Wagen in die Steyr-Daimler-Puch Werke nach Österreich zu verlagern. In wenigen Wochen wurden dort weitere fünf dieser Panzerzüge hergestellt.

Die cavembourgischen Fahrzeuge hatten einen luftgekühlter 3,5 Liter V8 – Motor mit einer Leistung von 70 PS, was eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h ermöglichte. Der Tankinhalt von 160 Litern reichte ungefähr 400 Kilometer. Im Innern waren in beiden Fahrrichtungen jeweils ein Fahrersitz und ein Sitz für einen MG-Schützen eingebaut. Ein fünftes Besatzungsmitglied saß mittig neben dem seitlich versetzten Motor und bediente je nach Bedarf die Funkanlage oder das MG im Mittelturm.

1943 waren die sechs Einheiten des Zuges einsatzbereit. Damit benötigte die Manufaktur mehr als drei Jahre um diese gepanzerten Motordraisinen herzustellen.
Auch wenn diese Entwicklungs- und Bauzeit aus heutiger Sicht vielleicht schnell erscheinen mag, für damalige Verhältnisse war es eine halbe Ewigkeit. Viele Historiker sehen in der ungewöhnlich langen Entwicklungs- und Bauzeit dieser eher einfachen Schienenfahrzeuge, trotz Lieferengpässen und Ressourcenknappheit, sogar einen Akt passiven Widerstandes.

Hinweis zum Film: Ausschnitt aus der Deutsche Wochenschau vom 20.10.1943. Es existieren zwei Fassungen dieses Beitrages. Die erste Originalaufnahme zeigt den cavembourgischen Panzerzug „im Einsatz“. Die Bilder suggerieren, dass der Zug während des Filmens an der Ostfront eingesetzt war. Das stimmt nicht. Fast alle Sequenzen des Wochenschauberichts über den Panzerzug stammen nachweislich aus Cavembourg. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, daß sich am Anfang des Films und von den Wochenschaumachern zunächst unbemerkt, eine cavembourgische Staatsfahne ins Bild geschlichen hat. Reichspropagandaminister Goebbels begutachtete fast jede einzelne Wochenschau vor Veröffentlichung und nahm dabei zahlreiche Änderungen vor. Die Endfassungen zeigte man schließlich auch Hitler, der oft ebenfalls Änderungen veranlasste. Beiden Herren ist die Staatsfahne im Film über den Panzerzug nicht aufgefallen.
Dieser subtile Akt der Wehrkraftzersetzung sorgte beim cavembourgischen Kinopublikum für Belustigung*, beim deutschen Publikum für Entsetzen. Goebbels tobte. Der Vorfall fand auch Eingang in sein Tagebuch. Er schrieb auf ungewöhnlich deftige Weise am 25.10.1943: „Diese rotznasigen Kleinstaatler aus Kaffenburg! Sollen sie doch mit ihren Untertassen dem Churchill in den Arsch fliegen!“
Das Original und alle 2000 Kopien mussten neu geschnitten und der Beitrag vernichtet werden. Es blieb nur diese Kopie im Königlichen Staatsarchiv in Cavembourg erhalten. Ein neuer Film über einen Panzerzug musste in aller Eile gedreht und in die Wochenschau ergänzt werden. Dieser zweite Beitrag ist nicht mehr in Cavembourg gefilmt worden und ist vermutlich ebenso wenig authentisch, wie sein Vorgänger. Man kann ihn heute auch auf z.B. youtube (ab min. 2:06) ansehen. Hier die erste Fassung, das Original:

*Es kursierte damals ein Spruch: Wenn Cavembourg an der Ostfront liegt, dann ist Hitler schon einmal um die ganze Welt.

Fortsetzung folgt: Die Königin im Exil – Eine verhängnisvolle Affaire

Die Deutschen kommen!

Am frühen Morgen des 10. Mai 1940 marschieren deutsche Truppenverbände in Luxemburg ein. Zur gleichen Zeit flieht Königin Siegfriede und mit ihr der Ministerpräsident und Dr. Salomon Geier mit der Mannschaft des OVNIC-Projekts an Bord der Flugscheibe.


Foto: Am Abend des 9. Mai 1940 besucht Königin Siegfriede die Flugscheibe und erkundigt sich nach dem Stand der Vorbereitungen

Am Nachmittag erreichen die deutschen Soldaten die drei Grenztunnel zu Cavembourg. Noch wagen sie nicht die Tunnel zu durchqueren, zu groß ist die Furcht, dass diese im letzten Augenblick gesprengt werden oder die Flugscheibe, von deren Start und Flug immer mehr Augenzeugenberichte bei der Truppenführung einlaufen, mit Hilfe einer Geheimwaffe zurückschlagen könnte. Doch die Cavembourger wissen, dass sie gegen die militärische Übermacht nichts ausrichten können und das Verschütten ihrer Tunnel, wie 1917, nur einen kurzen Effekt hätte.
Nachdem die Tunnel gesichert waren, besetzt die deutsche Wehrmacht schließlich am 11. Mai 1940 auch das Königreich. Noch am selben Tag durchsucht eine Spezialeinheit des Reichsministerium für Bewaffnung und Munition das Gelände um den verwaisten OVNIC-Hangar und transportiert ab, was zurückgeblieben war: Die Doppellok, einen großen Dieselmotor, Tische, Stühle und anderes Mobiliar. Die Flugscheibe indes befindet sich bereits über dem Nordatlantik.

Film: Sowohl vom Start der Flugscheibe als auch vom Flug über Cavembourg am frühen Morgen des 10. Mai 1940 existiert eine Filmaufnahme. Beim Start schiebt ein kleines Raketen-Triebwerk das Fluggerät in eine Höhe von wenigen Metern, bis der Gravitationsschirm seine Wirkung entfalteten kann. Danach fliegt das Fluggerät fast lautlos.
Foto: Die Doppellok des OVNIC-Projektes wird beschlagnahmt und ins Deutsche Reich überführt. In den beiden Güterwagen befindet sich der Rest des OVNIC-Projekts, der nicht mehr in Sicherheit gebracht werden konnte. Am Schluß des Zuges auf einem Flachwagen erkennt man einen großen Dieselmotor. Die Besatzer werden die beschlagnahmte Lok später als Wehrmachtslokomotive WR 360 C 14 279 nachbauen und einsetzen (Stückzahl 279)

Fortsetzung folgt im Dezember 2019: Der 2. Weltkrieg: Das Ende des Königreichs.

Am Vorabend der Invasion

Noch im September 1939 nahm Königin Siegfriede an den Feierlichkeiten zur 100jährigen Unabhängigkeit des Großherzogtums Luxemburg teil und verbrachte letzte, fast unbeschwerte Tage mit der großherzöglichen Familie in Luxemburg. Die Familien von Nassau-Weilburg und von Trix waren eng verbunden, insbesondere Großherzogin Charlotte und Königin Siegfriede pflegten eine innige Freundschaft. Die Feierlichkeiten sollten der Welt zeigen, dass man stolz darauf war, unabhängig und eigenständig zu sein. Das galt um so mehr für das kleinere Cavembourg.
In diesen Tagen diskutierten die beiden Frauen lange darüber, wie man sich im Falle einer deutschen Okkupation verhalten sollte. Den Invasoren entgegentreten, wie es einst Großherzogin Marie-Adelheid im ersten Weltkrieg tat, im guten Glauben seine Integrität nicht zu verlieren? Oder war es besser zu fliehen, um dem Land während der schweren Zeit aus dem Exil beizustehen?

Unter Leitung des cavembourger Außenministeriums begann im März 1940 die Evakuierung der rund 1500 jüdischen Bürger und Emigranten aus Cavembourg. Mit fünf Sonderzügen fuhr man sie über Lüttich und Antwerpen zunächst nach Rotterdam.

Foto: Das Bild zeigt den ersten Fluchtzug im Hauptbahnhof Cavembourg am frühen Morgen des 30. März 1940.
Foto: Eine letzte Aufnahme am Bahnsteig bevor es mit dem Zug nach Rotterdam in eine ungewisse Zukunft geht.
Foto: Dieses Foto zeigt einen der fünf Fluchtzüge am Nachmittag (Aufnahme eines SBBlers, nachcoloriert). Der Zug besteht fast ausschliesslich aus roten Mitropa-Speisewagen, die man für den außerplanmässigen Einsatz wohl entbehren konnte. Einer der Speisewagen war für die Reisenden in Betrieb und man servierte ein kostenloses Tagesgericht lt. Karte: Judd Mat Gaardebounen. Der Koch war wohl ein Witzbold aus Luxemburg, der aber so weitsichtig war, den geräucherten Schweinenacken dieses luxemburgischen Nationalgerichts durch koscheres Rindfleisch zu ersetzen. Übrigens: Es gibt zwei Möglichkeiten, was das Wort „Judd“ in diesem Zusammenhang bedeuten kann: Bohne oder Jude. Durch die galizischen Truppen im Spanisch-NIederländischen Krieg (1568 – 1648) kam das spanische Wort Judia (Bohne) und Judio (Jude) auch nach Luxemburg. Der luxemburger Linguistiker Jean-Claude Muller vermutet, daß dieses Gericht streng genommen „Bohnen mit Gartenbohnen“ heißt, oder „…die dunkle Farbe der Bohnen erinnerte ein wenig an die dunkle Haut der spanischen Juden.“. Wie auch immer: Den Erzählungen nach schmeckte das Essen vorzüglich. Was in den anderen Zügen nach Rotterdam zum Essen serviert wurde, ist leider nicht überliefert.
Foto: Im Hafen von Rotterdam wartete die RMS Aquitania, ein von der cavembourgischen Regierung gecharterter Passagierdampfer der Cunard-Linie. Sie soll die Flüchtlinge nach Sydney, Australien bringen, wie es auf der Konferenz von Evian ausgehandelt worden war.

Anders als die Briten stufte Cavembourg seine Flüchtlinge nicht als „Enemy Aliens“ ein. Und anders als bei der Fahrt der britischen HMT Dunera, wurde niemand auf der Aquitania interniert und die Überfahrt verlief friedlich und reibungslos. In Sydney mussten die cavembourger Flüchtlinge dann aber das gleiche Schicksal erdulden, wie andere jüdische Emigranten nach ihnen. Sie kamen in das britische Internierungslager Camp Hay. Die Wachmannschaften und ihr Lagerkommandant merkten schnell, dass die jüdischen Flüchtlinge ihres Camps alles andere als kriminell waren, sondern kultivierte, zum Teil hoch ausgebildete Leute. Bald wurden die Lagerregeln gelockert und die Insassen durften ihr Lagerleben selbst verwalten und organisieren. Auch die Flüchtlinge der Dunera landeten nach ihrer entbehrungsreichen Überfahrt im September 1940 hier. Bereits im Mai 1941 entließ man alle jüdischen Flüchtlinge aus Camp Hay oder verlegte sie in offene Aufnahmelager. Einige von ihnen traten der australischen Armee bei.

Die Internierung der Aquitania und der Dunera Flüchtlingsgruppe, war ein wichtiger Meilenstein in der Kulturgeschichte Australiens. Der Einfluss dieser Gruppe auf die Kultur, die Wissenschaft und die Geschäftswelt in Australien kann gar nicht überschätzt werden. An die „Cavembourg People“ und „Dunera Boys“ erinnert man sich in der Stadt Hay heute noch gerne. Jedes Jahr wird in Hay der Dunera Day abgehalten, an dem viele überlebende Internierte an den Ort ihrer früheren Gefangenschaft zurückkehren.

Die jüdischen Wissenschaftler und Ingenieure des OVNIC-Projekts jedoch blieben im Königreich zurück.

Die Flucht der cavembourger Juden war für die Regierung nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung – vor allem der Transit mit der Eisenbahn durch die Niederlande musste an die Staatsbahn der Niederlande Nederlandse Spoorwegen (NS) und auch das Königshaus Oranien-Nassau teuer bezahlt werden. Eine Schatzanweisung Siegfriedes verfügte, daß die cavembourger Banken die Kosten für Unterbringung, Versorgung und schließlich die Flucht auf die Schulden des Deutschen Reichs aufschlagen konnten. Die Forderungen Cavembourgs wurden 1959 im Rahmen eines Globalabkommens der Bundesrepublik Deutschland beglichen. 

Fortsetzung folgt: Die Deutschen kommen!

Die Bedrohung im Osten und der Schatz von Cavembourg

Die neue deutsche Regierung betrachtete Elsass-Lothringen, Ostbelgien, Luxemburg und Cavembourg, als genuin deutsches Territorium mit deutschsprachiger, „arischer“ Bevölkerung und machte keinen Hehl daraus, was dies für die Regionen bedeutete. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 war eine Annexion durch den östlichen Nachbar nur noch eine Frage der Zeit. Luxemburg, bisher ein wichtiges Asyl- und Durchreiseland für verfolgte deutsche Juden, begann 1938 unter dem Druck dieser Bedrohung seine Grenzen zu schließen. Die jüdischen Emigranten in Cavembourg waren damit faktisch eingeschlossen.

Im Juli 1938 nimmt der cavembourgische Außenminister an der Konferenz von Evian teil. In der französischen Kleinstadt treffen sich Vertreter von 33 Nationen und 24 Hilfsorganisationen um über das Problem der rapide ansteigenden Flüchtlingszahlen von Juden aus Deutschland und Österreich zu beraten. Auch wenn diese Konferenz scheiterte und das nationalsozialistische Regime im Deutschen Reich dies für seine antisemitische Propaganda ausschlachtete, konnte Cavembourg mit der australischen Delegation eine Option für die cavembourger Juden aushandeln. Viele Zeitzeugen und Historiker sehen in Évian ein moralisches Versagen der westlichen Demokratien, da ein anderer Ausgang viele Juden vor der Ermordung im Holocaust hätte bewahren können. Wie sich zeigen wird, konnte man der Monarchie Cavembourg dieses Versagen nicht vorwerfen.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 und dem Kriegseintritt Frankreichs wuchs die Gewissheit: Eine Invasion der Deutschen in Cavembourg stand unmittelbar bevor, militärisch konnte man den Deutschen nichts entgegenstellen und Juden waren auch im Königreich nicht länger sicher. In Sorge war man auch, was passieren könnte, wenn die Nationalsozialisten die Technologie der Flugscheibe oder das OVNIC in die Hände bekämen. Das musste verhindert werden. Bisher waren die neuen Entdeckungen am OVNIK-Projekt streng geheim, auch von der Flugscheibe wusste ausserhalb der Regierung und des Ingenieurteams kaum jemand etwas. Das änderte sich aber, als im Herbst 1939 die ersten bemannten Testflüge stattfanden und die Flugscheibe über dem Königreich aufstieg. Cavembourg lag damit nicht nur kulturell und wirtschaftlich, sondern auch technologisch weltweit an der Spitze und weckte große Begehrlichkeiten.

Während das Außenministerium an einem Fluchtplan für die rund 1500 Juden arbeitete, war es dem Geheimdienst MOSSAC übertragen, Kulturgüter, wichtige Technologien und wissenschaftliche Forschungsarbeiten, insbesondere das OVNK-Projekt, vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu schützen.

Foto: Der Schatz von Cavembourg. Geheimdienstchef Hermann Merker ließ in einen vorhandenen Stollen eine weitere geheime Kammer treiben. Hier konnten die wichtigsten Kunstgegenstände, Staatsunterlagen, Forschungsaufzeichnungen und -geräte untergebracht werden, um sie vor dem Zugriff der Invasoren zu schützen. Das Foto ist handschriftlich beschrieben. Das OVNIC befindet sich demnach links unter einer Plane, auch die Plasmaspule und der Plasmagenerator des Raumzeitkrümmers (Mitte) kann man erkennen. Bei den Grabungen stießen die Bergleute auf versteinerte Knochen und Tierspuren (rechts im Bild), die man aber nicht mehr weiter untersuchen konnte. Nachdem alles verstaut war, schloß Merker die Kammer gut getarnt mit Geröll und großen Steinbrocken. Im vorderen Bereich des Stollens richteten sie einen Lagerkeller für Lebensmittel und Geräte ein. Erst Ende der 1960ger kommt es hier zu paläonthologischen Ausgrabungen.
Foto: Nach dem Krieg diente der Stollen (Eingang rechts) weiter als Lagerraum, in den 1960ger auch als Schafstall. Links eine neue BB 68000 der französischen Staatsbahn SNCF, die gerade den Tunnel ferrovaire de cité passiert. 1968 beginnen die paläontolgischen Ausgrabungen im Stollen (darüber wird später noch berichtet!).

Fortsetzung folgt: Am Vorabend der Invasion

Ausgangslage 1933, der „Raumzeitkrümmer für Objekte“ und der „Gravitationsschirm“

Während Antisemitismus in Luxemburg von den nationalsozialistischen Maßnahmen im Deutschen Reich befeuert wurde, kannte man eine Diskriminierung von Juden im Königreich nicht. Im Gegenteil, die Entwicklungen in den Nachbarländern, vor allem im Deutschen Reich, stießen in der Bevölkerung Cavembourgs auf Befremden. 1933 lebten 438 Juden in der Hauptstadt. Nach der Volksabstimmung im Saarland, dem Erlass der Nürnberger Rassegesetze und den Novemberprogromen im Deutschen Reich kam es zu Fluchtbewegungen jüdischer Emigranten auch nach Cavembourg. Die jüdische Bevölkerung wuchs 1938 auf über 1500 Menschen an. Es kam zu landesweiten Solidaritätsbekundungen für die Neuankömmlinge. Man verteilte die Emigranten auf alle Grafschaften des Landes, viele fanden in den Gutshöfen und Herrenhäusern des Adels, aber auch in zahlreichen bürgerlichen Haushalten Unterschlupf.
Die jüdischen Flüchtlinge konnten in Cavembourg schnell integriert werden. Meist waren sie hoch qualifizierte Fachleute, Akademiker, Künstler und Ingenieure, die den hohen technischen und kulturellen Fortschritt weiter beschleunigten.

In den sechs Jahren der jüdischen Diaspora im Königreich konnten einige bahnbrechende wissenschaftliche und technologische Erfolge erzielt werden. Insbesondere am OVNIC gelang nun der Durchbruch. Einer Gruppe emigrierter deutsch-jüdischer Wissenschaftler gelang es das OVNIC unbeschadet zu öffnen und seine Antriebstechnik zu studieren. Sie bestand im Wesentlichen aus zwei sich ergänzenden Systemen, die beide weiter entwickelt und nutzbar gemacht werden konnten. Aus ihnen entstand der „Raumzeitkrümmer für Objekte“ und der „Gravitationsschirm“.

Der „Raumzeitkrümmer für Objekte“

Dr. Salomon Geier hatte an der Technischen Hochschule in Karlsruhe Elektrotechnik und am Polytechnikum Zürich Mathematik studiert. Hier war er im gleichen Studiengang wie Albert Einstein, der Geier und sein wissenschaftliches Schaffen noch nachhaltig beeinflussen würde. Zurück in Deutschland promovierte Geier an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und kam 1932 als Chefingenieur in das Raketenprogramm des Heereswaffenamtes. Hier arbeitete er mit Wernher von Braun an den ersten Flüssigkeitsraketen.1934 musste er Deutschland verlassen und floh nach Cavembourg. Für das OVNIK-Projekt war er der richtige Mann am richtigen Ort. Ihm gelang noch im selben Jahr das unbeschadete Öffnen der Drohne und die Nutzung der OVNIK-Technologie. Aus einem Teil des Antriebs konnte er mit einem Stab ebenfalls geflüchteter, deutsch-jüdischer Wissenschaftler einen „Raumzeit-Krümmer für Objekte“ entwickeln.

Obwohl mit den Theorien Albert Einsteins Grundlagen für das Verständnis der extraterrestrischen Technologie vorlagen, war es für die Wissenschaftler noch nicht gänzlich erklärbar, wie der Apparat schließlich funktionierte. Mit dem „Raumzeitkrümmer für Objekte“ gelang es Dr. Geier und seinem Team ein etwa 0,25mm² großes Quarzkorn in einer elliptischen Bahn mit einem sog. „Plasmagenerator“ auf nahezu Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Der Plasmagenerator moduliert dabei über einen Impuls-Tensor und einen Subraumfelderzeuger die Raumzeit im Rotationsraum. Die Raumzeit konnte vor dem Objekt künstlich verkürzt und hinter dem Objekt gedehnt („gekrümmt“) werden: Das Objekt beschleunigt auf nahezu Lichtgeschwindigkeit: „Das Objekt in einer sich bewegenden Welle in der Struktur des Raums.“ (Geier)

Foto: Das Bild zeigt Dr. Geier (links) vor dem Versuchsaufbau des „Raumzeit-Krümmers für Objekte“ 1934. Rechts neben ihm die Ingenieure Frederik Braun, Wolfgang Teske und Stefan Hertz.
Abbild. 1 und 2: Konstruktionsbilder des „Raumzeit-Krümmers“ nach Dr. Salomon Geier

Im Jahr 2063 wird Zefram Cochrane mit Hilfe der Aufzeichnungen von Dr. Geier über den „Raumzeit-Krümmer für Objekte“ einen neuartigen Raketen-Antrieb entwickeln und in Bozeman, Montana den ersten Raumflug der Menschheit mit Warp 1 durchführen. Der Beginn eines neuen Zeitalters.
Die Science-Fiction-Serie „Star Trek“ zeigt, historisch stark verfälscht, diesen epochalen Schritt der Menschheitsgeschichte in dem Kinofilm „Star Trek – Der erste Kontakt“ von 1996:

Im Jahr 2165 erkennt der Holistiker Prof. Dr. S’chn T’gai Spock, Gelehrter an der Akademie der Wissenschaften in Shir-Kahr auf Planet Vulkan, daß durch die Arbeit von Dr. Salomon Geier auf der Erde eine holistische Verknüpfung (Link) zweier großer galaktischer Universen besteht. In der Fachzeitschrift „Holistic Observer“ schreibt er in dem Artikel „Das Vermächtnis der Dunklen Seite“:
…“Während das eine Universum Jahrhunderte zuvor an die Dunkle Seite der Macht verloren ging, verlieh es unserem Universum eine helle Zukunft. Der Warp-Flug Cochranes und die Gründung der Vereinigten Förderation der Planeten, wäre ohne die Erde, ohne das OVNIC, ohne Dr. Salomon Geier und letztlich ohne das mutige und fortschrittliche Königreich Cavembourg nicht möglich gewesen.“

Abbildung: Die Titelseite des Fachmagazins „Holistic Observer“ vom 4. Mai 2165, Ausgabe ERDE deutsch. Weitere Themen: Star Trecking: Die schönsten Campingplätze im Alpha-Quadranten, Kochen und Backen: Der Pangalaktische Donnergurgler, + Kinderseite: Die Märklin CS 3000 steuert deine Modelleisenbahn mit Telekinese!

Der Gravitationsschirm

Das zweite Teil der OVNIK-Antriebseinheit bauten die Ingenieure um Dr. Salomon Geier in ein kontrollierbares Fluggerät ein. Bei dieser Antriebseinheit handelte sich um eine Art „Gravitationsschirm“, der Gravitation „abschirmen“ bzw. aufheben konnte. Dabei leitete Salomon elektrische Energie durch ein bisher unbekanntes, kristallines Material, das, auf Grund seiner tiefschwarzen Farbgebung, die Bezeichnung „Dunkle Materie“ erhielt. Mit dieser Methode konnte eine dafür konstruierte „Flugscheibe“ schweben und kontrolliert fliegen.

Foto: Das Foto zeigt die von Dr. Geier und seinen Ingenieuren konstruierte Flugscheibe auf dem geheimen Flugfeld am Hangar des OVNIC. Die Flugscheibe bot Platz für 10 Personen, davon vier Besatzungsmitglieder, sie hatte ein Nutzlast von 2t und war mit drei Abwehrgeschützen ausgerüstet. Ein Dieselgenerator an Bord lieferte die elektrische Energie für die „Dunkle Materie“. Man beachte die Doppellok links im Bild. Sie ist extra für die Arbeiten im Hangar und auf dem Flugfeld gebaut worden.
Foto: Die Erbauer der Flugscheibe und der Pilot. V.l.n.r.: Flugingenieur Frederik Braun, Maschinist Stefan Hertz, Chefingenieur Dr. Salomon Geier, Pilot Gerrit „Maverick“ Braun, Raketeningenieur Wolfgang Teske und Chefkonstrukteur Jan Kerski.

Fortsetzung folgt: Die Bedrohung im Osten und der Schatz von Cavembourg

Die X-Files: James Steam – BR 007 jagt Dr. Doom

Tatsächlich gelingt es den Agenten des MOSSAC, noch während des Staatsbesuchs der Königin und den Feierlichkeiten in Latveria, das Flugobjekt OVNIC in einem Areal bei der Doomburg ausfindig zu machen. Das Fluggerät war während der Turbulenzen um den Präsidenten, seiner Absetzung, Verbannung und erneuten Machtergreifung aus dem Focus der präsidialen Interessen geraten und hatte so die Zeit unbeschadet überstehen können.

Doch unter welchen Umständen das OVNIC von den Agenten erneut entwendet und schließlich nach Cavembourg zurück gelangen konnte, ist bis heute ein gut gehütetes Staatsgeheimnis und Nährboden phantastischer Theorien. Sicher ist: Das Fluggerät befindet sich seit 1930 wieder im Königreich und das Verhältnis der beiden Länder verschlechterte sich dramatisch. Der gerade erst eingesetzte cavembourgische Botschafter Mägdefrau wurde umgehend ausgewiesen.

Das OVNIC kehrt zurück in seinen alten Hangar. Sicherungsmaßnahmen, wie Zäune und Wachtürme, werden errichtet und eine Abteilung der Königlichen Garde wird für die Bewachung des Areals abkommandiert. Wieder gibt es wissenschaftliche Forschungsarbeiten an dem Objekt, aber bis auf einige Theorien und Abhandlungen, gelingt kein Durchbruch. Im Laufe des Jahres 1932 werden die Arbeiten am OVNIC eingestellt, das Gerät verschwindet für kurze Zeit unter einer Plane im streng bewachten Hangar. Vor der Öffentlichkeit bleibt das neue OVNIK-Projekt, im Gegensatz zu 1900, geheim. Sie bekommt von all dem nichts mit.

Über die geheime Mission der Wiederbeschaffung des OVNIC gibt es einen sehr spekulativen Agentenfilm von 1957: „James Steam: BR 007 jagt Dr. Doom“. Der Blockbuster der Cavembourg Universal war der erste einer Reihe weiterer James Steam-Filme. Hier der Trailer zum Film (Achtung: Nichts für schwache Nerven!):

Fortsetzung folgt: Ausgangslage 1933 u.a

Wo ist das OVNIC?

Noch immer war das OVNIC verschollen. Seit der Festsetzung der Pollet-Bande 1906 gab es Hinweise, daß sich das extraterrestrische Fluggerät in Haasenstadt, der Hauptstadt Latverias, befände. Offizielle Bestätigungen blieben aber aus, diplomatische Bemühungen liefen ins Leere. 1925 wird darum die „Monarchistischen Organisation Staatlicher Suche und Agitation Cavembourgs“ (MOSSAC) gegründet – der cavembourgische Geheimdienst. Wichtigstes Aufgabe: Die Suche nach dem im Jahr 1900 entwendeten und verschollenen Fluggerät. Chef des neuen Geheimdienstes wird Hemann Merker, Kriegsheld aus dem Weltkrieg und General der Königlichen Garde. 
1930 kehrt Victor von Doom an die Staatsspitze Latverias zurück. Für den Geheimdienst bietet sich die Gelegenheit zu den Feierlichkeiten seiner Wiedereinsetzung als latverischer Präsident, im Schlepptau der königlichen Abordnung, Agenten in das Land einzuschleusen.

In der Tageszeitung „Der bebilderte Monarch“ erschien am 31.3.1930 eine Titelgeschichte zum Staatsbesuch Siegfriedes in Latveria und ein paar Hintergrundinformationen:


Königin Siegfriede auf Staatsbesuch in Latveria
Ihro Majestät Königin Siegfriede befindet sich auf dem Weg nach Latveria! Der neue latverische Staatspräsident Viktor von Doom hat zur feierlichen Amtseinführung geladen. „Es ist mir eine Ehre an den Feierlichkeiten teilzuhaben“ betonte die Königin vor ihrer Abfahrt „zumal schon seit vielen Jahrezehnten eine Verbindung und Freundschaft unserer beider Länder bestehet.“ Der königliche Zug verließ gestern um 8 Uhr 45 den Bahnhof Neue Burg. An Bord waren auch Vertreter der Wirtschaft und Unternehmer und das offizielle Staatsgefolge. Zu ihnen gehört Diplomat Peter Mägdefrau, der als Geheimrat und Botschafter Cavembourgs fungieren soll. Eine neue Botschaft Cavembourgs soll ebenso eingeweiht werden. Die erste diplomatische Vertretung Cavembourgs auf dem Balkan.

Bildunterschrift: Die Königin bei ihrem Abschiede am Bf Neue Burg. Auf ein herzliches Wiedersehen verabschiedet sich Gräfin Karla H. von Roco. Sie wird ihre Pflicht als Statthalterin der Krone wie immer treu und fürsorglich nachkommen. 

Warum Latveria?
Unser schönes Königreich beliebt bei unseren Nachbarn, bei den Großen und den Kleinen, gerne gesehen in Frankreich und im Deutschen Reiche, die Engländer sind uns wohlgesonnen und selbst in Japan empfängt man die Cavembourger gern. Warum nun Latveria? Ein Land mit ungewissem Schicksal, in der Hand eines Despoten, geschüttelt von den Zeitläufte der Geschichte. 
Der neue, alte Präsident Viktor von Doom war mit König Karl befreundet, kam zum Staatsbesuche im Jahr 1905. Ein Hühne von Gestalt, lastete auf ihm stets das Gerüchte dem O.V.N.I.C. habhaft geworden zu sein. Wird unsere Majestät diese Gerüchte aus der Welt schaffen können und es zur Sprache hervorbringen?
Wissenswertes über Latveria folgt auf Seite 12.

Außerdem noch auf der Titelseite: 

Deutschland: Heinrich Brünig wird Reichskanzler 
Nach dem Rücktritt des Hermann Müller (SPD) und seines Kabinetts, beauftragte der Reichspräsident Hindenburg den Zentrumspolitiker Brüning mit der Regierungsbildung. Die Ernennung Brünings zum Reichskanzler im Deutschen Reiche kommt nicht ganz unerwartet. Er gilt als Favorit der Konservativen.

Britisch-Indien: Mohandas Gandhi beendet Salzmarsch
Der politische und geistige Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung Mohandas Gandhi beendete seinen am 12. März begonnenen Salzmarsch. Er will mit diesem Marsch auf die Ungerechtigkeit des britischen Salzmonopols aufmerksam machen und die Landbevölkerung aufrufen, ihr Salz selbst herzustellen. Es ist für das Kochen von Reis von Nöten.

Auf Seite 12 folgen Hinterghrundinformationen zu Latveria:

Latveria: Unbekannter Freund
Latveria befindet sich auf dem Balkan zwischen den Ländern Ungarn, Serbien, Rumänien und dem Lande Symkaria – Siehe Karte. Im Norden ist Latveria vom Karpaten-Gebirge umschlossen und im Süden von der Malhela Gebirgskette. Somit war und ist Latveria immer sehr abgeschottet gewesen von seinen Nachbarländern. Viktor von Doom hat sein Land immer vor globalen Beziehungen isoliert. Bis auf Cavembourg pflegt es kaum diplomatische Beziehungen zu anderen Ländern. Obwohl Doom bereits einige male entthront werden konnte, schaffte er es immer wieder sich seinen Herrschersitz zurück zu holen. Ein großer Teil der Bevölkerung besteht aus Sinti und Roma, dessen Wohlergehen Dr. Doom aufgrund seiner Herkunft besonders am Herzen liegt. Aufgrund seines technologischen Forschritts und seiner Unabhängigkeit von dem Rest der Welt zählt Latveria zu einer der Supermächte der Welt. Die Nation wurde von sogenannten „Guardian Robots“ beschützt, welche von Doom höchstpersönlich entwickelte. Die Hauptstadt von Latveria ist Haasenstadt, welche sich nördlich vom Kline-Fluß befindet und zur Feier seiner Rückkehr in Doomstadt umbenannt wird. Das administrative Zentrum ist die Burg Doom.
Einwohnerzahl: 500 000

Zeitungsbild:

Bildunterschrift: Der Herrscher Viktor von Doom vor seinem Herrschersitz in der Doomburg. 

Weiterer Artikel:

Türkei: Konstantinopel heißt jetzt Istanbul
Zuerst Byzanz, dann Konstantinopel – Die Kaiserstadt – und nun Istanbul. Am 28. März diesen Jahres hat Mustafa Kemal Atattürk, Vater der modernen Türkei, Konstantinopel in Istanbul umbenannt. Die türkische Metropole ist die bevölkerungsreichste Stadt in der Türkei. Sie erstreckt sich auf beiden Seiten der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, dem Bosborus. Die unter dem Namen Kalchdon und Byzantion erbaute Metropole kann auf eine 2600ährige Geschichte zurückblicken, in der sie drei großen Weltreichen als Hauptstadt diente. Die Achitektur vereint Elemente der Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und Türken miteinander zu einem Stadtbild. 

Fortsetzung folgt: Im Auftrag ihrer Majestät – Geheimagent James Steam: BR 007 jagt Dr. Doom

Soziale Reformen im Königreich und die Gründung der SBB

Die Rezession traf das Königreich unvorbereitet. In der Wirtschaftslehre des Staatsgründers Heinrich kam eine soziale Fürsorge für in Not geratene Untertanen nicht vor und war nicht gesetzlich geregelt. Man konnte zwar in seiner Grafschaft Hilfe in Form von Naturalien u.ä. erbitten, hatte aber keine gesetzlichen Ansprüche. Man war der Willkür der Aristokraten oder Amtsträger ausgesetzt. Das musste sich angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der drohenden Verarmung breiter Bevölkerungsschichten ändern. Der Cavemismus war bereits aufgeweicht und an vielen Stellen den modernen Erfordernissen angepasst (1873 strich man ihn bereits aus der Verfassung), doch viele wichtige Elemente, wie das königliche Eigentum des Bodens, hatten immer noch Bestand. 1932 beschließt auf Initiative der Königin das Parlament umfangreiche Steuer- und Sozialgesetze.
Die Abgeordneten verabschiedeten eine obligatorische Krankenversicherung, sowie eine allgemeine steuerbasierte Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

Fotoreihe: In den Jahren 1929 – 1932 sank die Wirtschaftsleistung und damit auch der Personen- und Gütertransport. Die Bahnbediensteten hatten Lohnkürzungen hinzunehmen oder wurden arbeitslos. Viele mussten in einfachere Wohnquartiere umsiedeln. In der Hauptstadt entstand das „Bahnerviertel“ – ein ganzer Stadtteil mit günstigem Wohnraum. Die Fotos von 1972 zeigen die im Vergleich zur sonst prachtvollen Stadtbebauung eher trist wirkenden Wohnquartiere des „Bahnerviertels“ in der Hauptstadt:

Die Gründung der SBB

1. September 1930: Ehemalige und aktive Mitarbeiter der Bahngesellschaft SRCF gründen die „Societé für Bilder von Bahnen, Cavembourg“ (kurz SBB). Das Hobby „Eisenbahnfotografie“ spielte im Königreich schon immer eine gewisse Rolle. Der deutsche Unternehmer Ludwig August Riedinger gilt als Pionier auf diesem Gebiet und brachte die Eisenbahnfotographie bereits in den 1870ern ins Königreich, als er mit einer Trockenplattenkamera „seine“ Adler in Cavembourg fotografierte. 
Ziel der SBB war es u.a., den während der Krise arbeitslos gewordenen Mitarbeitern der Bahngesellschaft einen „Zeitvertreib anzubieten, der sie an ihrer Eisenbahn festzuhalten vermag“…“sich an der Technik der Eisenbahn und der Fotographie zu erfreuen“ und „mit den Kollegen im freundschaftlichen Kontakt zu verbleiben“(Auszug aus den Gründungstatuten 1930). Die Gesellschaft verlieh an ihre Mitglieder gegen eine geringe Gebühr Kameras des Typs Bessa von Voigtländer und unterhielt ein eigenes Fotolabor. So konnten sich dieses Hobby auch weniger gut Betuchte und sogar Arbeitslose leisten.
Das englische Wort „Trainspotting“ war noch nicht erfunden, die Ursprünge der Eisenbahnfotografie als Hobby und Freizeitbeschäftigung liegen aber im Königreich Cavembourg. Viele historische Aufnahmen alltäglicher, aber auch exotischer Züge in Cavembourg und der Welt verdanken wir den Fotografen der SBB. Die Societé existiert heute noch (mit einer geänderten Vereinssatzung) und erfreut sich an stetigem Zulauf. Mehrmals jährlich organisiert sie sogenannte „Fotozüge“ z.B. in Kooperation mit dem Königlichen Museum für Technikgeschichte. Das Vereinsheim befindet sich in im Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs. Im Internet findet man die SBB hier: https://sbbcavembourg.wordpress.com/

Bild: Titelseite der Homepage

Einige Eisenbahnfotos von SBB – Mitgliedern:

Venice – Ostende – Express: 
Der Luxuszug der Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL) war ein reiner 1. Klasse-Zug und bediente von 1922 – 1939 die Strecke Ostende – Brüssel – Cavembourg – Stuttgart – München – Innsbruck – Bozen – Venedig. Zusammen mit dem Orient-Express und dem Train-Bleu bildete er das legendäre Rückgrat der internationalen Luxuszüge der CIWL. Die Fotos stammen von 1931 aus Reuthin (Vorarlberg) – Danke an Gerhard für die Archiv-Fotos!:

Eine BR 42 mit Kohlezug in Cavembourg (um 1950)
Am BHF Planlos in der Südpfalz (um 1975): Eine BR 85
Am Vesuv in Italien (1978):

Fortsetzung folgt: Wo ist das OVNIC?