Vom Trafo zur PC-Steuerung Teil 2: Mobile und Zentrale Stationen

Der Bau meiner ersten eigenen Modellbahnanlage („Planlos in der Südpfalz“), aber auch der Bau meiner zweiten Anlage („Cavembourg“) war nie wirklich durchgeplant und ausgetüftelt, wie es andere Modellbahner beispielhaft vormachen. Vor allem „Planlos“ wuchs aus einem Testkreis heraus. Auch in Cavembourg verbrachte ich nicht allzu viel Zeit mit Gleisplanung. Der Bau beider Anlagen war geprägt von raschen Fortschritten, um ggf. Erlerntes beim Bau der seniorengerechten Anlage meines Vaters umsetzen zu können. Dabei durchschritt ich so manches Jammertal (Märklins Bröselgleis, Zinkpest an US-Wagons, die unzuverlässigen Signale der Reihe 763xx 1.0, defekte Weichenantriebe – mein Vater und ich hatten alles!).

Foto: Meine allererste Anlage. Jeder fängt mal klein an und mit den Kindern wuchs auch „Planlos in der Südpfalz“.

Die digitale Steuerung von „Planlos“ erfolgte über MS2 und analogen Stellpulten. Eine einfache und mit Hilfe der Lokkarten auch komfortable Sache, vor allem für meine (damals noch kleinen) Kinder. Ich hatte für den kleinen Schattenbahnhof, automatisiert über ein Steuerungsmodul von MBW, einen Kartenhalter gebastelt, womit angezeigt wurde, welche Loks auf welchem Gleis darin parkten. Man nahm eine Karte aus dem Halter, steckte sie in seine MS2, drückte den passenden Knopf auf dem SBH-Modul und los gings….

Foto: Die Steuerung von „Planlos in der Südpfalz“ – Fast wie in einem Flugzeugcockpit.

Meine ersten Erfahrungen mit der CS2 machte ich in der Zwischenzeit an Vaters Seniorenanlage, die parallel zum Bau von Cavembourg entstand. Die vielen Möglichkeiten eröffneten mir dabei eine ganz neue Herangehensweise und für Cavembourg musste natürlich auch eine CS2 her.

Nach ein paar Abenden einarbeiten, konnte ich mich in das Programmieren wagen – mit Zettel und Stift musste dabei ein Plan, wie bei einem Filmdrehbuch, mit allen Kontaktmeldern und Magnetartikeln, erstellt werden, die man dann nacheinander in das memory eingab und ablaufen ließ.
Später dann kam das Update mit dem direkten Programmieren einer Zugfahrt. Nach ersten Versuchen ließ ich das aber wieder bleiben, da es für mich einfacher schien, alle Schritte händisch einzugeben, statt einen oder gar mehrere Züge die Schritte einfahren zu lassen. Ich wurde mit dieser neuen Methode nie wirklich warm.
Während auf der seniorengerechten Anlage eine einfache SBH-Steuerung und Blocksicherung ausreichten, trieb ich es in „Cavembourg“ auf die Spitze: Tag/Nachtsteuerung, Hintergrundsounds, Bahnhofsdurchsagen, Car-System, Magnorail und diverse bewegte Figuren. Einen ganzen Tag komprimiert auf 25 Minuten mit fast all seinen Facetten in das memory einprogrammiert. …. herrlich!
Ich erwog zwischenzeitlich die Lokkartenmethode auch auf die CS2 – Steuerung der Seniorenanlage zu übertragen. Ich versprach mir davon eine einfachere, visuelle und haptische Bedienbarkeit, die nicht nur meinem Vater, sondern auch meiner Stiefmutter entgegen kommen sollte.
Doch bevor ich damit konkret werden konnte, überholte mich die Zeit und die Krankheit des Vaters.

Foto: Übersicht über die neue Anlage Cavembourg – hier noch im Bau. Die Steuerung erfolgt über die CS 2 mit zwei MS 2 als Fernbedienung.

Es muss 2016 gewesen sein, als mein Vater mitbekommen hatte (er war seit Jahren Insider mit entsprechender Versorgung von Werbematerial), daß es eine neue Central Station gab und so fragte er jedes mal, wenn ich an einem Wochenende zu Besuch kam und in der Haustüre stand, ob wir „nach Göppingen“ fahren könnten, um eine CS3 zu kaufen. Was ich jedesmal verneinte und auf die Fertigstellung der Anlage verwies, was ja unter anderem der Grund meines Besuches war. Doch mit seinem Wunsch nach Göppingen zu fahren, lag er auch meiner Stiefmutter in den Ohren, bis sich die beiden schließlich in den Zug setzten und den Weg auf sich nahmen. Sie hätten auch einen örtlichen Fachhändler aufsuchen können, aber mein Vater wollte nun mal zu Märklin nach Göppingen – eine Zugfahrt von 1,5 Stunden.
Eine CS3 kauften sie dann trotzdem nicht. Ich hatte meiner Mutter davon abgeraten – das Ding hatte noch zu viele Kinderkrankheiten und alles was eine CS3 konnte, machte die alte CS2 auch, wenn nicht sogar besser. Ausserdem waren die geistigen Fähigkeiten meines Vaters zu diesem Zeitpunkt schon so weit eingeschränkt, dass man ihn mit dieser Zentrale nicht hätte allein lassen können. Es hätte eine umfangreiche Einarbeitung nicht nur von mir selbst, sondern auch von meiner Stiefmutter erfordert. Die beiden kamen mit einer neuen Lok und einem Satz Wagen aus Göppingen zurück. Aber immerhin, sie waren endlich bei Märklin gewesen und damit hatte die liebe Seele Ruhe.

Nach dem Update der CS3 auf die Version 2.0 und den zum Teil ermutigenden Aussagen auch hier im Forum kaufte ich mir schließlich 2019 selbst eine CS3 – auch um zu sehen, in wie weit sie geeignet schien, die CS2 auf der Seniorenanlage abzulösen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Im nächsten Teil erzähle ich über meine Erfahrungen mit der neuen CS3.

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